Rückblick

2017


Konsequent Inkonsequent. Der Maler Franz Radziwill

Dokumentarfilm von Konstanze Radziwill und Gerburg Rohde-Dahl

Am Sonntag, den 12. November 2017 ächzten die alten Holzdielen im ehemaligen Maleratelier: der 60-minütige Dokumentarfilm „Konsequent Inkonsequent. Der Maler Franz Radziwill“, der 1995 unter der Regie von Konstanze Radziwill und Gerburg Rhode-Dahl produziert wurde, zog einen regelrechten Besucheransturm an.
Im Gespräch mit verschiedenen Zeitzeugen entwirft der Film ein differenziertes Charakterbild der oft gegensätzlichen Persönlichkeit des Malers. Ferner ermöglicht er einen anschaulichen Einblick in das Familienleben in Dangast. Die Kindheitserinnerungen der Tochter Konstanze wirken dabei so persönlich wie Tagebucheinträge. Der erzählerische Bogen spannt sich von Radziwills Liebe zur Natur als Bedingung zum Malen bis hin zu seiner künstlerischen Auseinandersetzung mit den beiden Weltkriegen. Die politische Position des Malers erscheint verworren: Manifestiert sich in seinen Bildern nationaler Pathos oder die Sinnlosigkeit des Sterbens? Wird das Kriegsgrauen glorifiziert oder verurteilt? Diese Deutung obliegt dem Zuschauer oder auch dem Betrachter der Bilder Radziwills. Dieser hatte ab 1935 begonnen, sich deutlich von der NS-Ideologie zu distanzieren, nachdem er zwei Jahre zuvor noch in die NSDAP eingetreten war.
Konstanze Radziwill versucht in der Rolle der Regisseurin, ihren Vater, der ihr „vertraut und unbekannt zugleich“ gewesen sei, wohl auch selbst besser zu verstehen.
In einer anschließenden Diskussion erläuterte die Filmemacherin und Autorin ihre Herangehensweise und gab dabei Einblicke in die Schwierigkeiten, sich trotz ihrer engen familiären Bindung mit der oft so ambivalenten Person Franz Radziwills im Format eines Filmes auseinander zu setzen.


Künstlergespräch mit Jimmi D. Paesler

Vorgänge. Malerei mit Farbe und Pinsel

Trotz des stürmischen Herbstwetters fand das Künstlergespräch mit Jimmi D. Paesler unter dem Titel „Vorgänge. Malerei mit Farbe und Pinsel“ am Sonntag, den 29. Oktober 2017 im Franz Radziwill Haus regen Anklang beim interessierten Publikum.
Im Gespräch mit Konstanze Radziwill präsentierte Paesler wort- und bildreich eine Auswahl seiner Gemälde, die oft bekannte Werke der Kunstgeschichte zitieren. Auch „Die ersten Regentropfen“, ein Bild Radzwills aus dem Jahre 1950, das in der aktuellen Ausstellung „Die Palette des Malers“ gezeigt wird, wurde im Sinne des „Paeslerismus“ adaptiert. Die klare Stellung zu einer abstrakten oder gegenständlichen künstlerischen Position hält der Maler, der in Bremen lebt und arbeitet, dabei für überflüssig, er habe für sich einen undogmatischen Zwischenweg gesucht und gefunden. Mit seiner Kunst, die sich zwischen Hard Edge und Street Art, Fotorealismus und Fantastik bewegt, möchte Paesler verschiedene Wahrnehmungs- und Realitätsebenen in einem einzigen Bildprozess vereinen. Mithilfe abrupt wechselnder Bildebenen zeigt der Künstler dynamische Prozesse und aufbrechende Strukturen, die lebendig werden.
Paesler wurde 1942 in Klosterheide/Mark Brandenburg geboren und begann 1962 ein Studium der Malerei in Bremen. 1967 erhielt er den 2. Kunstpreis „Junger Westen“ Recklinghausen und 1973 folgte der „Wilhelm Morgner Preis“ der Stadt Soest. Neben diversen Lehraufträgen widmet Paesler sich der Erstellung von Wandbildern, außerdem leistet er seit 2001 Kulturarbeit in der JVA Oslebshausen in Bremen. Mit dem Format des Künstlergesprächs im Franz Radziwill Haus wird bildenden Künstlern der Gegenwart ein Forum geboten und so dazu beizutragen, den Ruf Dangasts als Künstlerort zu erhalten und zu vertiefen.


Das Apfelfest

Bei goldenem Oktoberwetter fanden am 15. Oktober 2017 viele große und kleine Gäste den Weg in den Garten des Künstlerhauses. Mitarbeiter des BUND brachten den Besuchern die Verarbeitung der frischen Äpfel näher und begeisterten nicht nur das junge Publikum mit „Zauberäpfeln“ und köstlichem Saft direkt aus der Presse. Bei Apfelsaft, Tee und Butterkuchen genossen wir einen der letzten spätsommerlichen Tage und freuen uns bereits auf eine Wiederholung im kommenden Jahr!


Benefiz Dinner

Am 21. Juni 2017 feierte die Franz Radziwill Gesellschaft ihr 30jähriges Bestehen mit einem Benefiz-Dinner. Am gleichen Tag war damals, 1987,  die erste Ausstellung „Raum und Haus“ im Künstlerhaus eröffnet worden.

Die Rahmenbedingungen für das Fest waren ideal. Bei auflaufend Wasser und angenehm warmen Temperaturen feierten wir unser Jubiläum mit vielen Teilnehmern  im Saal des alten Kurhauses. Ein exzellentes Essen und die interessanten Vorträge von Prof. Dr. Dr. Gerd Presler und Dr. Roland März haben das Fest zu einem rundum gelungenen Abend gemacht.


Vortrag von Dr. Gudrun Boch

Unter dem Titel „Mein blaues Klavier“ hörten interessierte Besucher am 11. Juni 2017 im Künstlerhaus einen faszinierenden Vortrag über Else Lasker-Schüler. Die Bremer Journalistin und Literaturdozentin Dr. Gudrun Boch berichtete vom ruhelosen Leben der Dichterin und Malerin voller Brüche und Neuanfänge, gezeichnet durch die Katastrophen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.


Vortrag von Prof. Renata Stih

Auf Einladung des Vorstands war am internationalen Museumstag, dem 21. Mai 2017, die Künstlerin Prof. Renata Stih aus Berlin zu Gast im Künstlerhaus. Bei freiem Eintritt lauschten über 30 Gäste ihrem imposanten Vortrag, in dem sie einen Bogen von der Farbauffassung der Antike, über Goethes Farblehre und den dogmatischen Farbbegriff der Bauhaus-Moderne bis hin zur heutigen Farbauflösung spannte.


Eröffnung der Ausstellung „Die Palette des Malers“

Am 19. März 2017 wurde die Ausstellung „Die Palette des Malers“ eröffnet. Nach der offiziellen Eröffnungsfeier, die in diesem Jahr erstmals im Gasthof „Zur Linde“ in Rallenbüschen stattfand, kamen am Nachmittag über 100 Besucher ins Künstlerhaus, um sich die von Birgit Denizel konzipierte Schau anzusehen.

 


2016

Vogelscheuchen basteln im Garten des Franz Radziwill Haus 2016.


Malschule im Garten des Franz Radziwill Haus, Sommer 2016


Lesung 2016 Klaus Modick


2015

Vortrag Eugen Drewermann 2015