Öffentliche Sonntagsführung durch die aktuelle Ausstellung “Inszenierte Bildräume” im Franz Radziwill Haus

Eine große Erfindung der Renaissance: die Zentralperspektive im Werk Franz Radziwills.

Im Jahr 1435 erfand der Florentiner Gelehrte und Architekt Leon Battista Alberti die Zentralperspektive, die in ganz Europa schnelle Verbreitung fand. Albrecht Dürer reiste mehrfach nach Italien, um die perspektivische Kunst zu studieren. 1525 veröffentlichte er seine „Underweysung der messung mit zirckel un richtscheydt“, in der er Albertis mathematisch-geometrisches Konstruktionsverfahren weiter verbreitete. Von der Renaissance über die Barockzeit und Romantik bis hin zum Impressionismus prägte die zentralperspektivische Darstellungsform die Malerei, bis die Moderne sich von der naturgetreuen Abbildung der Wirklichkeit verabschiedete. Mit der Neuen Sachlichkeit wurde die Perspektive wieder entdeckt. Franz Radziwill (1895-1983) hatte die Kunst der vorangegangenen Epochen sehr genau studiert. Auch als Fluchtpunktperspektive bekannt, nutzte er dieses Konstruktionsmittel vorrangig bei Landschaftspanoramen. Mitunter sind die Dinge in seinen Bildräumen jedoch aus unterschiedlichen Blickwinkeln dargestellt. In dem frontale Ansichten mit leichten Aufsichten kombiniert sind, wird den Bildern ein surrealer, bisweilen unheimlicher Charakter einverleibt. Radziwills perspektivische Strategien gilt es in der öffentlichen Sonntagsführung zu entdecken. Durch die Ausstellung führt Karl Heinz Martinß.

Abbildung: Franz Radziwill: Der Sandstert am Jadebusen/Unter Wasser kämpfende Seehunde, Ölgemälde 1947 (c) SAMMLUNG WÜRTH

 

Termin: Sonntag, 7. Juli 2019 um 11:30 Uhr

Eintritt: Erwachsene 8,00 € inkl. Ausstellungsbesuch, Schüler u. Auszubildende 5,00 €

Ort: Franz Radziwill Haus, Sielstraße 3, 26316 Dangast