Das Haus

Radziwills Räume

Von 1923 bis zu seinem Tod 1983 wohnte Franz Radziwill in seinem Haus in Dangast.

Friesisches Fischerhaus trifft moderne Architektur

1923 erwarb Franz Radziwill ein kleines Fischerhaus aus dem 19. Jahrhundert. Als gelernter Maurer baute er es direkt um und schuf ein großes Atelier mit hoher Decke. Später kaufte er weiteres Gelände und erweiterte sein Haus um einen zweiten Bau: 1935 und 1958(?)….

links das alte Fischerhaus, rechts Radziwills Anbau von 1935

Das Franz Radziwill Haus im Künstlerort Dangast ist weltweit eines der wenigen Malerhäuser, die im Originalzustand erhalten sind.
1920 lernte Franz Radziwill das Fischerdorf und Seebad Dangast auf Anraten von Karl Schmidt-Rottluff kennen. Das abgeschiedene Kleinod am Jadebusen diente vielen Mitgliedern der Künstlergemeinschaft „Brücke“ mehrere Sommer lang als Quelle der Inspiration: Karl Schmidt-Rottluff, Erich Heckel, Max Pechstein und Emma Ritter hielten sich zwischen 1907 und 1912 in den Sommermonaten in Dangast auf und schufen hier bedeutende Werke des Expressionismus. Die Adresse der Geschäftsstelle der „Brücke“ war von 1907 – 1912 der Gasthof „Zum Fürsten Bismarck“ (jetzt Landhotel Tepe) in Dangastermoor.
Schon bei Radziwills ersten Aufenthalten in den Jahren 1920 – 1922 hat Dangast den jungen Maler in den Bann gezogen. 1923 erwarb er eine kleine Fischerkate, die er als gelernter Maurer durch Anbauten, insbesondere einen großen Ateliertrakt, zur heutigen Gestalt des gesamten Komplexes erweiterte. Für die Küchenwände sammelte er friesische Kacheln und auch die Möbel entwarf und bemalte er selbst. Hier schuf er den Großteil seiner Werke. In seinem Atelier, der heutigen zentralen Ausstellungsebene, stehen noch heute seine Staffeleien. Daneben liegen die Pinsel und die Palette, die er benutzte, und an der Wand hängt sein Malerkittel. Wohl nirgends vermitteln sich die Werke eines Künstlers besser als am Ort ihrer Entstehung.

Ausstattung

Originale Einrichtungsgegenstände wie Kacheln. Getöpfertes von seinem Vater. Außerdem von Radziwill selbst bemalte Möbel.

Im Atelier des Malers

Sechzig Jahre, bis zu seinem Lebensende 1983, hat Franz Radziwill in dem Backsteinhaus an der Dangaster Sielstraße 3 verbracht. Mit seiner authentischen Einrichtung ist das ganze Gebäude ein begehbares Gesamtkunstwerk und zugleich, in den Phasen seiner Entstehung, eine Art „gemauerte Künstlerbiographie“. Auf Initiative der Familie und der Franz Radziwill Gesellschaft ist das Franz Radziwill Haus seit 1987 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Mit seinen wechselnden Ausstellungen und einem umfangreichen Veranstaltungsprogramm ist es ein kultureller Anziehungspunkt für die Region und weit darüber hinaus geworden.