Vorstand

Leserbrief an die NWZ

Etwas überrascht war ich denn doch, als ich den Kommentar von Oliver Schulz über Franz Radziwill las. Dass der „politische Opportunismus des Malers“ bislang ausgeblendet wurde und die „Persönlichkeit freizulegen“ sei, übersieht, dass schon vor 30 Jahren ein internationales Symposion zum Thema „Der Maler Franz Radziwill in der Zeit des Nationalsozialismus“ (so auch der Titel der umfangreichen Dokumentation) stattgefunden hat. Übrigens lange bevor das Verhalten von Emil Nolde in diesem Kontext öffentlich gemacht wurde. Auch der Dokumentarfilm „Konsequent – Inkonsequent“ von Konstanze Radziwill und Gerburg Rhode-Dahl (1995) verschweigt dazu nichts. Schließlich darf ich, in aller Bescheidenheit, darauf hinweisen, dass meine 2019 im Mitteldeutschen Verlag auf der Basis gründlicher Quellenforschung erschienene Biografie („Wohin in dieser Welt?“ Der Maler Franz Radziwill) dem Denken und Handeln Radziwills in der Zeit des Nationalsozialismus mehrere Kapitel widmet. Wer also dazu etwas wissen will, findet reichlich Informationen.

Prof em. Dr. Eberhard Schmidt, Bremen