Ich zupfe an der Wolke und schaue aufs Meer

Das Theater Orlando aus Rastede präsentiert in Dangast eine musikalische Lesung

Das Rasteder Theater Orlando kommt zu einem Gastauftritt in den idyllischen Garten des Franz Radziwill Hauses. Zusammen mit dem Komponisten und Gitarristen Manuel Bunger wird die Schauspielerin und Theaterleiterin Sylvia Meining ausgewählte Lyrik zum Motiv „Meer“ lesen. Die Auswahl der Autorinnen und Autoren, die rezitiert werden, reicht von Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) über die neuseeländische Schriftstellerin Katherine Mansfield (1888-1923), die Rheinländerin Elisabeth Borchers (1926-2013), Hilde Domin (1909-2006), die mit der Carl-Zuckmayer-Medaille, dem Nelly-Sachs-Preis sowie dem Großen Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wurde, die aus Österreich stammenden Lyriker Christine Busta (1915-87)und Erich Fried (1921-1988), die polnische Dichterin und Nobelpreisträgerin Wislawa Szymborska (1923-2012) und die Portugiesin Sophia de Mello Breyner Andresen (1919-2004), die als eine der bedeutendsten Lyrikerinnen der portugiesischen Sprache gilt und dafür mit dem „Prémio Camões“ ausgezeichnet wurde, bis hin zu Peter Schütt (geb. 1939) und den französischen Musiker, Schauspieler und Dichter Charles Trenet (1913-2001). Sein Chanson „La Mer“ wird bis heute von unzähligen Sängern interpretiert. Stellen wir uns die von Trenet besungenen silbernen Reflexe auf dem Wasser zusammen mit dem Gitarrenspiel von Manuel  Bunger vor, ahnen wir, wohin das Theater Orlando sein Publikum mitnehmen will. Manuel Bunger spielt leidenschaftlich spanische Gitarre. Mal temperamentvoll, mal zurückhaltend, melancholisch und leise, transportieren seine Klänge die Worte.


Auf dem Programm stehen auch Gedichte von Anna-Inge und Franz Radziwill (1895-1983). Der Hausherr und Maler hat zeitlebens, vor allem in den frühen 1920er Jahren, über hundert Gedichte und mehrere Prosaerzählungen verfasst. Wer diese kennenlernt, wird feststellen, dass wir in Franz Radziwill eine der sogenannten “Doppelbegabungen” begegnen. Seinem Freund Wilhelm Niemeyer widmete er 1922 ein ganzes Buch mit Gedichten und Aquarellen. Das zentrale Thema war die Beziehung zwischen Mensch und Natur. Selbstverständlich spielt auch das Meer für den Künstler, der 1923 am Jadebusen seine Wahlheimat fand, in den Bildern sowie Texten eine gleichermaßen bedeutende Rolle. Der Wandel der Gezeiten, die spürbaren Urkräfte der Natur oder die Nordlichter am Himmel haben Franz Radziwill in den Bann gezogen.
Im Eintrittsgeld enthalten ist der Besuch der aktuellen Ausstellung “Magie der Stille” mit rund 30 ausgesuchten Landschaften und Stillleben.
Karten für einen Besuch der Veranstaltung sollten unbedingt vorab reserviert werden. Tel. unter 04451/2777 oder per E-Mail an info@radziwill.de (Bitte beachten Sie, dass Anmeldungen per E-Mail, die das Büro erst am 9. Juli nach 12 Uhr oder später erreichen, nicht mehr berücksichtigt werden können.)